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LOCATION AFRICA
Inhalt: In seinem Filmessay berichtet Steff Gruber über die äußerst schwierigen Dreharbeiten zu Werner Herzogs Film Cobra Verde in Ghana. Der sehr persönliche Film geht jedoch über die übliche Drehberichterstattung hinaus: Er erzählt uns über die komplizierte Beziehung der beiden Stars Werner Herzog und Klaus Kinski, über Statisten (Herzog läßt tausend junge Ghanesinnen zu Amazonen-Kämpferinnen ausbilden) und über das Aufeinanderprallen von Schwarz und Weiß. Ein Film aber auch über die widersprüchlichen Gefühle Grubers seinem Idol Herzog gegenüber.
Regisseur Steff Gruber in seinem Curriculum Vitae zum Film:
1987 lud mich Werner Herzog nach Ghana ein, um einen Film über die Dreharbeiten zu seinem neuen Film COBRA VERDE zu drehen. LOCATION AFRICA entsteht. Der Film, ein reiner Dokumentarfilm, wird von der ALIVE zusammen mit der Werner Herzog Filmproduktion für die ARD produziert. Getreu meinem Motto habe ich wiederum (fast) alles im Alleingang gemacht: Idee, Konzeption, Ton, Schnitt bis zur grafischen Gestaltung des Filmplakates.
Da Klaus Kinski, unser Hauptprotagonist, bald nach den Dreharbeiten starb, wurde LOCATION AFRICA zu einer Art Kultfilm und wird noch heute ausgestrahlt.
Ich machte Werner Herzog und Beat Presser (Standfotograf bei COBRA VERDE) mit dem Schweizer Verleger Thomas Stemmle bekannt. In der Folge beschlossen wir, zusammen das Filmbuch COBRA VERDE herauszugeben. Darin sind Gespräche, die ich mit Werner Herzog in Ghana führen konnte, abgedruckt.
COBRA VERDE

Produktion:Lucki Stipetic für Werner Herzog Film (München) / ZDF (Mainz) / Ghana Film Industry Corp. (Accra)
Drehbuch: Werner Herzog nach Motiven des Romans Der Vizekönig von Ouidah von Bruce Chatwin
Regie: Werner Herzog
Kamera: Viktor Ruzicka
Darsteller: Klaus Kinski (Francisco Manoel da Silva), König Ampaw (Taparica), José Lewgoy (Don Octavio Coutinho), Salvatore Basile (Kapitän Fraternidade), Peter Berling (Bernabo), Guillermo Coronel (Euclides)
Schnitt: Maximiliane Mainka
Bauten: Fabrizio Carola
Ausstattung: Ulrich Bergfelder
Kostüme: Gisela Storch
Musik: Popol Vuh
Drehzeit: 1987
Freigabe: 12 (Deutschland)
Entstehungsgeschichte: Auch während der Dreharbeiten zur fünften Zusammenarbeit von Klaus Kinski mit Regisseur Werner Herzog kommt es wieder zu unschönen Szenen zwischen den beiden. Klaus wälzt sich schreiend im Staub und verlangt ein anderes Auto, er lässt Filmrollen vernichten, die ohne seine Erlaubnis gedreht wurden, schmeisst Termine, bis Herzog weint und wimmert.
Diese Szenen einer Ehe dokumentierte Steff Gruber in seinem Film Location Africa (1987). Die Dreharbeiten wurden ausserdem vom Standfotograf Beat Presser im Bild festgehalten.
Inhalt: Die Geschichte des Abenteurers, Banditen und Sklavenhändlers Francisco Manoel da Silva (Klaus Kinski), genannt "Cobra Verde". Ein Rinderhirt verlässt die Dürre Brasiliens mit dem Traum vom besseren Leben. Als Goldgräbersklave im brasilianischen Sertao um seinen Lohn geprellt, wird Francisco Bandit. Er arriviert zum Aufseher über 600 farbige Sklaven auf der Plantage eines Zuckerbarons, schwängert dessen drei minderjährigen Töchter und wird in seiner Aufsässigkeit zur Gefahr für die Honoratioren der Ortschaft. Diese schicken ihn, auf sein Verderben hoffend, nach Afrika, wo er im Königreich Ouidah (Dahomey) Sklaven beschaffen soll, die der dortige Regent seit einiger Zeit kriegerisch verweigert. Aber Francisco setzt sich mit Geschick und Brutalität auch in dieser Aufgabe gegen alle Intrigen durch, wird Vizekönig und führt das Land gar mit einem von ihm trainierten Amazonenheer in die Revolution. Er scheitert letztendlich an Übersättigung und Selbstekel. Dass er zu diesem Zeitpunkt vom Mutterland her auch geschäftlich kaltgestellt ist, berührt ihn nur noch wenig. Von einem Krüppel verfolgt, müht er sich zum Schluss, ein Boot ins Meer zu ziehen. Aber selbst daran scheitert der ehemals unbezähmbare Gigant.
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