Steff Gruber

Dedication

01 Vita
01.01 Präambel
01.02 CV Deutsch lang | kurz
01.03 CV English long | short

02 Cinéma
02.01 Films
02.02 Filmography
02.03 Press

03 Art
03.01 Internet Projects
03.02 Photography
03.03 Writing

04 Teaching

05 Enterprises
06 Work-In-Progress
07 Picture Gallery
08 Texts
09 Archive
10 Contact
11 Jobs
12 Links

 

 

 

 


 
 
 

Präambel

He did not do this to gain fame or make money.
He did it to save his life.


Michael Bonesteel about Henry Dargers Work

Einen Auftragsfilm würde ich nie machen, ich wüsste nicht wie das geht. Ein Film auf Bestellung würde mir das Herz brechen.
Meine Lieblingsregisseure sind Andrej Tarkowsky, Ingmar Bergman, Werner Herzog, Nagisa Oshima und Daniel Schmid. Triviale Unterhaltung interessiert mich nicht.
Um Filme zu machen braucht es die Vision des Autors. Werner Herzog: „Ich muss diesen Film machen, weil es sonst keiner tut“. Filme müssen aus einem inneren Zwang heraus entstehen. Das Handwerk kann allenfalls an einer Filmschule erlernt werden, die Vision nicht. „Die Leinwand muss Poren bekommen, sie muss atmen.“ (Werner Herzog). Hochglanz und computeranimierte Konfessionsware hat vermutlich seine Berechtigung und ist zweifelsohne ein gutes Business, mit meiner Vorstellung was Filme leisten müssen (und auch können!), hat es nichts zu tun.
Hollywood und die Fernsehanstalten haben das schon seit langem vergessen. Entsprechend sind die Produkte, mehr oder weniger perfekte Unterhaltung eben. Gerade heute, wo unsere Meinungen durch den Mainstreamjournalismus gemacht werden, wären andere Sichtweisen nötiger denn je.
Mutige Programmdirektoren sind am aussterben. Als das ZDF meinen Film MOON IN TAURUS um 21.15 sendete, bekam der verantwortliche Programmdirektor Ärger und ein paar Lobesbriefe. Vermutlich mehr Ärger.
Mein letzter Film SECRET MOMENTS wurde im Jahre 2007 um 00.15 gesendet. Kein Ärger, da keine Zuschauer.  
Freunde und Fans sagen mir, dass ich  „mit meiner Begabung“  (Zitat Louis Marcorelle in Le Monde ) doch „publikumsnahere“ Filme machen könnte (publikumsnahe bezieht sich nicht auf die Zuschauer oder deren Bedürfnisse, sondern auf das was Redakteure, Verleiher und Festivalveranstalter denken, was die Leute interessiert). Meine Antwort: So gross ist eben die Begabung nicht, ihr überschätzt mich, ich könnte es nicht. Meine Filme drehen sich um persönliche Dinge, um Wünsche, Träume und Hoffnungen, für eine bessere Welt.

Ich erwache manchmal morgens um drei, springe auf und schreibe meinen nächsten Film: vier, fünf Sätze, „Film ist Traum der träumen macht“ (Leboviici zitiert von Kraccauer). Die „Drehbücher“ sind maximal drei Seiten stark, die Filme entstehen beim Drehen und vor allem am Schneidetisch.

Filme machen ist unglaublich zeitintensiv. MOON IN TAURUS entstand aus 35 Stunden 16mm-Material. Zusammen mit Beni Müller brauchte ich drei Jahre bis die Kinofassung stand. Die ersten Aufnahmen für SECRET MOMENTS haben wir 1992 gedreht, fertig gestellt wurde der Film im Jahre 2006 (80 Stunden Material, ca. 3000 Schnittstunden).

Mein Vater ist Maler, er benutzt Farbe und Leinwand. Seine Arbeit und meine Arbeit sind sich sehr ähnlich. Malen, übermalen, verwerfen und notfalls wegschmeissen. Ich sage meinen Filmstudenten: Denkt nie an den Zuschauer, macht was euch beschäftigt und was ihr schön findet. Haltet euch nicht an dramaturgische Anleitungen und Sachbücher. Lest Alexander Kluge oder die Russen des 19 Jahrhunderts, dann kommt’s schon gut. Natürlich muss die Technik beherrscht werden. Sie ist die Voraussetzung, sie muss verinnerlicht werden und sollte nie Selbstzweck sein.

Filme machen ist Krieg, ein Kampf gegen Produzenten, Redakteure und Mitarbeiter.
Lieber Rainer Klausmann, dear Andy Humphreys, lieber Sigi Meier, lieber Kurt Würmli, lieber Cyrille Kazis, lieber Jürg Hassler (Kameramänner), liebe Madeleine Hirsiger, lieber Paul Riniker, liebe Siibille Rahn, lieber Manfred Nägele (Redakteure), lieber Felix Hächler, liebe Trudy Lutz, lieber Wolfgang Blösche (Verleiher), der Kampf mit euch hat sich gelohnt und ich bedanke mich an dieser Stelle. Dass die Filme dann doch nicht ganz meiner Idealvorstellung entsprachen, ist nicht eure Schuld. Gerade dieser Umstand jedoch, wird mich antreiben, den nächsten Film zu machen.

 










































Photo Credits: Andreas Züst, Leonhard Zubler